Jugendliche blicken positiv auf den Ausbildungsmarkt
Jugendstudie der Bertelsmann Stiftung
Die neue Studie der Bertelsmann Stiftung „Ausbildungsperspektiven nach Corona“ zeigt ein aktuelles Stimmungsbild von Jugendlichen auf, die sich derzeit im Übergang von Schule und Beruf befinden. Demnach können sich die Mehrheit der befragten Schülerinnen und Schüler vorstellen, eine Berufsausbildung zu absolvieren und schätzen ihre Chancen auf einen Ausbildungsplatz positiv ein. Jugendliche mit niedriger Schulbildung schauen hingegen pessimistischer in die Zukunft.
Berufsausbildung hoch im Kurs
Die Berufsausbildung ist für Jugendliche mit hoher und mit niedriger Schulbildung attraktiv und stellt bei Dreiviertel der Befragten eine Option bei der Berufswahl dar. Jeder vierte Jugendliche mit hoher Schulbildung ist sich hinsichtlich eines Studiums oder einer Berufsausbildung noch unschlüssig. Demnach ist bei dieser Zielgruppe ein großes Potenzial vorhanden, die Entscheidungsfindung zugunsten einer Berufsausbildung zu beeinflussen.
Positiv ist auch, dass die Mehrheit der Befragten ihre Chance auf einen Ausbildungsplatz gut einschätzt. Allerdings blickt auch jeder vierte Jugendliche mit niedriger Schulbildung pessimistisch auf das Ausbildungsgeschehen. Sie machen sich Sorgen um ihre Ausbildungschancen - und das trotz zahlreicher unbesetzter Ausbildungsstellen!
Wunsch nach Unterstützung bei der Berufswahl
Die Schule nimmt eine wichtige Rolle bei der Berufsorientierung ein. Über die Hälfte der befragten Schülerinnen und Schüler können sich jedoch nur schwer mit den Informationsangeboten der Schule zurechtfinden und wünschen sich mehr Unterstützung. Die Ausweitung der Berufsorientierung in der Schule und eine feste Ansprechperson, die sich speziell um die Fragen der Jugendlichen kümmert, sind in Zukunft gefragt. Zusätzlich sind digitale Lerninhalte wünschenswert.
Praktikum schafft Perspektiven
Auch das Praktikum ist ein wichtiger Baustein bei der Berufswahl. Die meisten Jugendlichen gaben an, im Laufe ihrer Schulzeit bereits ein Praktikum absolviert und von den positiven Erfahrungen profitiert zu haben.
Faktoren für ein erfolgreiches Praktikum sind:
- faires und wertschätzendes Verhalten der Kolleginnen und Kollegen
- gutes Betriebsklima
- neue Lernerfahrungen
- Verfügbarkeit einer festen Ansprechperson
Eltern beeinflussen Berufswahl am meisten
Die Eltern sind mit weitem Abstand die wichtigsten Vertrauenspersonen bei der Wahl des richtigen Berufes. 73% der befragten Jugendlichen wurden von ihren Eltern bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz unterstützt. Zusätzlich können Freunde, Berufsberaterinnen und Berater, die Schule und das Internet den beruflichen Werdegang eines Jugendlichen beeinflussen.
Und was können Sie als Betrieb bzw. als Innung nun konkret tun?
- Unterstützen Sie die Schulen/das Lehrpersonal bei der Berufsorientierung und fragen Sie, wo die Schulen konkret Unterstützung brauchen. Kommen Sie über die Schulen mit den Jugendlichen direkt ins Gespräch und knüpfen Kontakte zu potenziellen Azubis.
- Stellen Sie ggf. einen Azubi für Unterrichtsbesuche frei und geben ihm/ihr die Möglichkeit, seine bzw. ihre die persönlichen Erfahrungen mit den Jugendlichen zu teilen.
- Bieten Sie aktiv Praktikumsplätze an, z. B. durch Aushänge in Freizeitvereinen, an schwarzen Brettern oder durch Meldeung bei der Arbeitsagentur. Wichtig ist, gestalten Sie diese verantwortungsvoll und wertschätzend.
- Holen Sie auch Eltern und Kunden mit ins Boot und informieren diese über Ausbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten in Form von Elternabenden im Betrieb, Flyern oder Rechnungsbeilegern. Hilfreiches Material dazu finden Sie hier.